Beton Hintergrund

CREABETON BAUSTOFF AG, über 6'300 Artikel aus Beton. 3'500 Artikel direkt ab Lager, 1'900 Artikel kurzfristig lieferbar.

Für ein Jahrhundertereignis gewappnet

Hochwassergefahr gebannt: Sechs Betonelemente bilden den neuen Durchlass für den Grabibach in Pfungen. Die Spezialanfertigungen mit Rechteckprofil haben es wortwörtlich in sich.
Anlieferung der Betonelemente zum Hochwasserschutz.

Um ein Haar wäre es vor zwei Jahren in Pfungen zur Katastrophe gekommen. Ein starkes Gewitter entlud sich im Einzugsgebiet des Grabibachs. Das normalerweise unscheinbare Bächlein schwoll stark an und drohte im Bereich des Durchlasses unter der Rumstalstrasse über die Ufer zu treten. «Wenige Zentimeter haben gefehlt und das Wasser wäre der Strasse entlang zur Badi und in Wohngebiete geflossen», erinnert sich Reto Amstutz, Bereichsleiter Bau der Gemeinde Pfungen. Zum Glück blieb es beim Konjunktiv.

Der neue Durchlass kann eine Abflussmenge von 3,8 m3 Wasser pro Sekunde aufnehmen.

Breite Durchlass Betonelement

Abflusskapazität vorher/nachher

Altes Betonrohr: Ø 80 cm

Vorher eingezeichnet die Röhre und anschliessend das Betonelement.

Neues Rechteck-Rahmenprofil: Breite 1.6 m

Kritisches Nadelöhr beseitigt

Die Zürcher Gemeinde, unmittelbar neben Winterthur gelegen, hat sich mittlerweile dem Grabibach angenommen und ihn im Rahmen eines Hochwasserschutzprojekts sicherer gemacht. Aufgrund der vor wenigen Jahren erstellten Naturgefahrenkarte machte man in Zusammenarbeit mit Spezialisten prioritäre Massnahmen ausfindig. «Wir haben schnell gemerkt, dass wir beim Grabibach mit relativ kleinem Aufwand eine grosse Gefahr mindern können», blickt Reto Amstutz zurück. Mit der Vergrösserung des Durchlasses unter der Strasse hindurch ist das kritische Nadelöhr beseitigt worden.

Sofort zur Montage bereit

Den Auftrag für das Herzstück des Projekts, die neuen Betonelemente des vergrösserten Durchlasses, erhielt die CREABETON BAUSTOFF AG. Insgesamt sechs Elemente lieferte sie nach Pfungen. Für den Transport waren drei LKW-Fuhren nötig, denn die Einzelstücke wiegen zwischen 7,5 und 12,3 Tonnen. Aneinandergereiht bilden die Betonelemente – die auf einer Magerbetonsohle aufliegen – einen Durchlass von fast 13 Metern Länge. Da sie integrierte Dichtungen haben, konnten sie einfach ­und sicher versetzt werden. Sie waren also sofort bereit zur Montage – ein grosser Vorteil gegenüber anderen Methoden. «Es ist viel einfacher, die Elemente fixfertig vorzufabrizieren und auszuliefern, als vor Ort mit Schalungen zu arbeiten», weiss Tony Oberlin, Technischer Berater der CREABETON BAUSTOFF AG. «Vor allem der zeitliche Aspekt ist ein grosser Vorteil. Man kann die Elemente liefern, einbauen und das Loch rasch wieder zuschütten.»

Durchlassvolumen vervielfacht

Der neue Durchlass entschärft die Hochwassersituation am Grabibach massiv. Die Kapazitätserhöhung ist offensichtlich: Wo früher ein rundes Betonrohr mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern verlegt war, sind es neu Betonelemente mit Rechteck-Rahmenprofilen, die innen 1,6 Meter auf 1,65 Meter messen. Das Volumen hat sich also um ein Vielfaches vergrössert. Zudem sind Rechteckprofile besser geeignet als Kreisprofile, um hohe Wassermengen abzuleiten. Der Durchlass unter der Rumstalstrasse hält nun einem Hochwasser stand, wie es im Durchschnitt nur alle 100 Jahre (HQ100) vorkommt. Im Fall des Grabibachs ist dies eine Abflussmenge von 3,8 Kubikmetern Wasser pro Sekunde.

Bankett für Tiere

Die für das Projekt in Pfungen notwendigen Elemente wurden im Auftrag von CREABETON extern gefertigt. «Wir arbeiten mit einem Partner zusammen, der auf solch spezifische Elemente spezialisiert ist und deshalb bereits passende Schalungen besitzt», erklärt Oberlin. Die Spezialanfertigungen sind denn auch mit ein paar Extras versehen: Um Kleintieren im Bereich des Grabibachs die Möglichkeit zur Wanderung zu geben, ist der neue Durchlass auf beiden Seiten mit 35 Zentimeter hohen Banketten versehen. Darauf können Tiere die Strasse sicher und trocken unterqueren. Bei jedem Bauteil sind an der Sohle zwei Betonschwellen von 15 Zentimetern Höhe angebracht. Da der Durchlass ein Gefälle von sieben Prozent aufweist, lagern sich hinter den Schwellen Sedimente ab. Dies sorgt für eine natürliche Grundlage im Tunnel. Zudem sind das Einlass- und das Abschluss-Element mit Flügelmauern versehen.

Zeitfaktor ausschlaggebend

Weil man beim Bau des neuen Durchlasses auf fixfertige Betonelemente setzte, konnte das Projekt in relativ kurzer Zeit realisiert werden. Ein Betonieren vor Ort hätte eine massiv längere Sperrung der Rumstalstrasse nach sich gezogen. «Der Zeitfaktor war ein wichtiges Argument zugunsten der gewählten Lösung», gibt Reto Amstutz zu. Die Gemeinde Pfungen hat die Hochwassergefahr am Grabibach dank des abgeschlossenen Projekts gebannt. Die Bevölkerung sieht dem nächsten heftigen Gewitter bestimmt beruhigter entgegen.